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Im Einsatz

Seit mehr als einer Stunde brausen wir nun schon in Richtung Osten und jeder von uns hat Probleme mit seinem Sitzfleisch. Die überaus holprige Piste beansprucht Material und Mensch sehr. Immer wieder kreuzen Wildtiere unsere Route, denen wir ausweichen. Endlich erfahre ich vom Einsatzleiter, dass erneut ein Wilderertrupp aus Somalia in den Nationalpark eingedrungen ist, um mit modernen Schnellfeuerwaffen des Typs Kalaschnikow Jagd nach den Besitzern des "weißen Goldes", den Elefanten, zu machen.

Elefanten - stark gejagt

Aufgeregt berichtet mir der Offizier: "Diese Vorfälle wiederholen sich jetzt immer häufiger, da verschiedene südafrikanische Staaten, wie Simbabwe, Namibia usw. im November 1994 bei der Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES-Konferenz) den Handel mit Elfenbein wieder durchsetzen wollen. Von den einst 187.000 Elefanten, die hier in Kenia vor ca. 10 Jahren noch lebten, waren bis 1988 noch etwa 7.000 übrig geblieben. Dann konnte hauptsächlich durch den Einsatz von Dr. Leaky (ehemaliger Chef der kenianischen Nationalparks, Anm. d. Redaktion), das weltweite Handelsverbot für Elfenbein während der CITES-Konferenz in Lausanne 1988 durchgesetzt werden, welches 1989 in Kraft trat. Die Folge davon war, dass statt etwa 10-25 Elefanten am Tage nur noch 25 im Jahr (!) gewildert wurden."

Seither ist der Bestand, so der Offizier, wieder auf etwa 27.000 angestiegen. "Dies war auch die Rettung für unseren Safaritourismus, der Kenia das meiste Geld einbringt." Denn ohne Elefanten, so auch Dr. Leaky in einem früheren Pressegespräch, wäre Kenia "Staatsbankrott". Der Offizier erklärte während der holprigen Fahrt weiter: "Sie müssen verstehen, dass Artenschutz auch Menschenschutz bedeutet. Dies haben die anderen Staaten, die rücksichtslos mit Elfenbein Geld machen wollen und dabei den Krieg um das weiße Gold verursachen, noch nicht begriffen. Wer aber hilft unseren Familien, wenn wir bei einem Einsatz erschossen werden? Schon die Pläne dieser Staaten, wie Simbabwe, die den Handel mit Elfenbein durchsetzen wollen haben genügt, den Elfenbeinkrieg wieder zu entfachen und unsere Asavatenkammern sind wieder voll. Im Gegensatz zu Simbabwe werden wir wahrscheinlich erneut unsere Elfenbeinvorräte öffentlich verbrennen, um, wie bereits vor Jahren, der Welt zu zeigen, dass wir uns am falschen Spiel der Elfenbein-Mafia nicht beteiligen. Es ist sehr schön, dass die AgA und andere Verbände uns bei dem Kampf gegen die Mafia unterstützt."

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